Weg des geringsten Widerstandes beim Kreisel
«Sursee: Neue Debatte um Zebrastreifen»
Die Polemik um den Schlottermilch-Kreisel in Sursee nimmt immer absurdere Züge an. Nun behauptet die Postauto AG allen Ernstes, die Schülerinnen und Schüler, die den Fussgängerstreifen am Kreisel benutzen, seien Schuld an verpassten Zuganschlüssen. Dabei sind es die vielen Autofahrenden, die den Postautos die Durchfahrt verlangsamen - und zwar an vielen Orten, unter anderem auch an Kreiseln. Wenn die Postautos deswegen nicht schon zu spät unterwegs wären, hätten sie alle Zeit der Welt, die Kanti-Schülerinnen und Schüler über den Fussgängerstreifen gehen zu lassen. Das sind notabene Jugendliche, die mit dem ÖV angereist sind oder mit dem Velo kommen. Es sind nicht diejenigen, die vom Elterntaxi gebracht wurden. Von Eltern-taxis, die wiederum zu überlasteten Verkehrsknoten führen.
Jeden Morgen könnte jede und jeder aufs Neue entscheiden, ob er oder sie das Auto, den OV oder gar das Velo nehmen will, um von A nach B zu kommen. Und ob man sich jahrein, jahraus allein in einen durchschnittlich 1,5 Tonnen schweren Wagen setzen muss.
Es ist in vielen Fällen nicht die Distanz oder zusätzliches Material, die zum Entscheid für das Auto führen, sondern die Gewohnheit und die Bequemlichkeit.
Genau diesem Vorbild folgen in diesem Fall auch die Schülerinnen und Schüler,
wenn sie über die Strasse anstatt unten durch gehen.
Dazu ist der Weg in die Unterführung eng, steil, unübersichtlich und die Unterführung wenig einladend.
Den Weg des geringsten Widerstands wählen auch Kantonsrat Thomas Meier, die Autofahrenden und nun neuerdings auch die Postauto AG, wenn sie auf die Schülerinnen und Schüler zeigen. Dabei müssten sie sich vor allem um die Reduktion und die Steuerung des morgendlichen und abendlichen Durchgangsverkehrs bemühen. Dabei würden sie besser zuerst sich selber an der Nase nehmen. Eine Alternative hätten auch die meisten von ihnen.