Newsletter Juni 2026
Liebe Mitglieder von Nachhaltiges Oberkirch
Dieser Newsletter beinhaltet folgende Themen:
1. Wie weiter nach Auflösung Begleitgruppe Migration?
Wie ihr vielleicht in der InfoBrogg gelesen habt, hat sich die Begleitgruppe Migration nach zehn Jahren grossem Engagement aufgelöst. Die ausdauernden Freiwilligen sind in dieser Zeit zahlreichen Migrantinnen und Migranten, insbesondere Asylsuchenden, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Über die zehn Jahre sind auch sie nicht jünger geworden. Leider sind neue Kräfte ausgeblieben. Viele von ihnen engagieren sich auch bei NaOb. Für ihren Einsatz zugunsten dieser Menschen mit sehr unterschiedlichen Geschichten und Möglichkeiten gebührt Moritz, Beate, Ruth, Maria und Josef sowie ihren Mitengagierten ein riesiges Dankeschön!
Zum Teil führen sie langjährige Beziehungen und Unterstützungen für einzelne Personen noch individuell weiter. Jedoch gibt es somit in Oberkirch nun keine offizielle Ansprechperson oder gar institutionelle Kontaktmöglichkeit bei Fragen und Problemen (z.B. Formulare in Deutsch ausfüllen, Do-hows bei Ämterlauf etc.) mehr. Wir wollen bei NaOb dieses Thema aufgreifen und uns Lösungsansätze überlegen und auch bei der Gemeinde nachfragen, ob Massnahmen zur Unterstützung und Eingliederung dieser Mitmenschen geplant sind. Dazu hat sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Thomas gebildet. Bei Interesse mitzuwirken, meldet euch doch bitte direkt bei thomassattler@gmx.net.
2. Rückblick Gemeindeversammlung vom 18. Mai
Das für NaOb besonders relevante Thema an der Gemeindeversammlung war der CKW Konzessionsvertrag. Wir hatten am NaOb-Treffen das Thema eingehend vorbesprochen.
Ein Konzessionsvertrag ist die einzige Möglichkeit, um die CKW innerhalb unserer Gemeinde zu einer zukunftsgerichteten Entwicklung des Stromnetzes zu verpflichten. Andere Gemeinden wie Sursee oder Adligenswil haben diese Möglichkeit mit entsprechenden Ergänzungen zum Mustervertrag genutzt. Für eine nachhaltige, sichere Energieversorgung brauchen wir ein leistungsfähiges Stromnetz – beispielsweise damit neue PV-Anlagen jeweils zeitnah angeschlossen werden können. Es ist deshalb bedauerlich, dass der Gemeinderat von Oberkirch die Konzession als reines Finanzgeschäft betrachtet hat.
Unsere Präsidentin hatte in der Woche zwischen dem NaOb-Treffen und der Gemeindeversammlung mehrfach Kontakt mit Raphael Kottmann. Die Gemeinde hatte zwar Sympathien für das Anliegen, wollte den Konzessionsvertrag jedoch nicht für Energiepolitik nutzen. Weil das Kernteam von NaOb den Eindruck hatte, dass wir gegen den Willen des Gemeinderats den Antrag für eine Textergänzung nicht durchbringen, haben wir uns für ein Votum und eine Protokollerklärung entschieden.
Nachfolgend die Protokollerklärung zuhanden der Gemeindeversammlung:
Raphael Kottmann hat uns versichert, dass ein zügiger, nachfrageorientierter Ausbau des Stromnetzes in Oberkirch auch im Interesse des Gemeinderats ist. Der Gemeinderat will jedoch nicht den Konzessionsvertrag dazu nutzen, diesen voranzubringen. Er möchte sich auf anderem Weg für eine zukunftsgerichtete Energieversorgung in Oberkirch einsetzen. Er will dabei auch seine Kontakte zur CKW nutzen.
Nachhaltiges Oberkirch bedauert, dass man nicht bereit ist, den Konzessionsvertrag mit einer expliziten Verpflichtung zu ergänzen. Wir erwarten jedoch vom Gemeinderat, dass er dennoch regelmässig den Austausch mit der CKW sucht, um sich über den Netzausbaubedarf und die geplanten Aktivitäten der CKW zu informieren und auch um zu erfahren, inwiefern der Ausbau durch die Gemeinde unterstützt werden könnte.
Mit einem proaktiven Vorgehen können wir hoffen, dass Oberkirch im grossen Versorgungsgebiet der CKW für den Netzausbau auf dem Radar bleibt. Denn die begrenzten Ressourcen der CKW werden nicht überall gleichzeitig einen bedarfsorientierten Netzausbau erlauben.
Wir erwarten, dass der Gemeinderat die Gemeindeversammlung Ende 2027 – also nach rund einem Jahr Vertragslaufzeit - ein erstes Mal darüber informiert, inwiefern man mit der CKW zum Netzausbau im Austausch ist und wie der Netzausbaubedarf und die Netzausbauplanung der CKW aussehen.
Die Stromversorgung ist, wie die ganze Energieversorgung, eben mehr als ein Finanzgeschäft. Das wissen wir spätestens seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs und wird uns aktuell auch wieder mit dem Irankrieg vor Augen geführt. Wir müssen die Umstellung unserer Energieversorgung auf allen Ebenen vorantreiben. Die kommunale Ebene ist hier sehr wichtig. Nur mit einem leistungsfähigen lokalen Stromnetz können wir unseren Photovoltaikstrom einspeisen oder den Nachbarn verkaufen oder unsere Elektroautos zuhause aufladen.
3. Amphibienwanderung 2026 in Oberkirch
Die Amphibienaktionen werden in Oberkirch vom Ornithologischen Verein Sursee und Umgebung organisiert. In der Wandersaison von Mitte Februar bis Anfang April standen erneut zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer, darunter auch einige NaOb-Mitglieder und SympathisantInnen, im Einsatz.
Im Gebiet Münigen/Grünfeld fand die Rettungsaktion zum vierten Mal statt. Insgesamt konnten 575 Amphibien sicher über die Strassen zu ihren Laichgewässern gebracht werden. Häufigste Art war erneut der Bergmolch. Im Vergleich zum Durchschnitt der drei Vorjahre (1’046 Tiere) fiel die Zahl deutlich tiefer aus. Solche Schwankungen sind bei Amphibienpopulationen jedoch bekannt. Der Einsatz bleibt wichtig: Jede gerettete Kröte und jeder Molch tragen zum Erhalt der lokalen Populationen bei.
Auf dem Golfplatz fand 2026 erstmals eine vollständige Rettungssaison statt. Entlang der Strasse zum Rütihof wurde ein Amphibienzaun gestellt und täglich kontrolliert. Während die Freiwilligen die Abendkontrollen übernahmen, leerten die Greenkeeper des Golfplatzes morgens die Kessel beim Zaun. Insgesamt konnten 1917 Amphibien gerettet werden. Gleichzeitig wurden mindestens 101 Tiere (5%) überfahren. Im Gegensatz zu Münigen war auf dem Golfplatz die Erdkröte die häufigste Art (71%), gefolgt von Grasfrosch (19%), Bergmolch (10%) und Grünfrosch-Komplex (0.1%). Die Zahlen zeigen: Die Teiche auf dem Golfplatz beherbergen regional bedeutende Amphibienpopulationen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Freiwilligen für ihren Einsatz bei Wind, Regen und Dunkelheit – ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Biodiversität in Oberkirch!

Entwicklung der geretteten Amphibien in Münigen/Grünfeld von 2023 bis 2026. Insbesondere bei der Erdkröte zeigt sich ein negativer Trend. Grasfrösche kommen hier kaum vor, 2026 wurden noch 3 Tiere angetroffen (2023 waren es 32).

Toller Einsatz, volle Kübel und grosse Begeisterung auf dem Golfplatz! (Fotos D. Jutz, T. Sattler, J. Schwaiker)
4. Kantonsratswahlen 2027
Es wäre schön, wenn Oberkirch wieder eine Person im Kantonsrat hätte – das hat auch Elias Meier an der Gemeindeversammlung erwähnt.
Aktuell sind die Parteien auf der Suche nach Interessierten. Beispielsweise führt die SP am 25. August eine unverbindliche Online-Veranstaltungen durch. Sie informieren über den Wahlkampf, die Arbeit im Kantonsrat und den Weg zu einer Kandidatur. Zudem besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
Neugierige können sich hier zur Veranstaltung anmelden:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeYprXFX3-FQ89OfshUAly-_enVmVjCltrYP9XpJ6_drQiLIg/viewform
Die Grünen und die GLP suchen ebenfalls Kandidierende. Wer sich für eine Kandidatur für die Grünen interessiert, kann sich bei Samuel Zbinden, Kantonsrat aus Sursee, melden: samuel.zbinden@gruene-sursee.ch.
Wer sich für die GLP interessiert, kann Cécile Hunkeler kontaktieren: cecile.hunkeler@grunliberale.ch
5. Rückblick auf «Was zwitschert denn da?»
Unter dem Titel «Was zwitschert denn da?» lud NaOb am Samstag, 30. Mai, zu einer frühmorgendlichen Vogelexkursion. Zur Freude von Exkursionsleiter Thomas Sattler fanden sich um 6 Uhr 15 Interessierte im Alter von 8 bis 80 Jahren auf dem Pausenplatz Oberkirch ein, um die Vogelwelt vor der eigenen Haustür zu entdecken. Im Siedlungsgebiet und entlang der Sure konnten innerhalb von rund zwei Stunden 39 verschiedene Vogelarten beobachtet werden – eine erstaunliche Vielfalt, die viele Teilnehmende überraschte. Während für Ursula der Teichrohrsänger das Highlight des Morgens war, begeisterte Christoph die Beobachtung einer Wacholderdrossel. Beim anschliessenden gemeinsamen Ausklang in der Bäckerei Stocker bot sich Gelegenheit, die Erlebnisse und Eindrücke auszutauschen.

Was zwitschert denn da an der Sure?
6. Nachhaltiger Hinweis: Strom dann verbrauchen, wenn Solarstrom produziert wird
Die Sommermonate bieten ideale Bedingungen für die Solarstromproduktion. Besonders an sonnigen Tagen wird über die Mittagszeit viel erneuerbare Energie erzeugt. Wer seinen Stromverbrauch möglichst in diese Stunden verlegt, unterstützt die effiziente Nutzung von Solarstrom und entlastet gleichzeitig das Stromnetz.
So könnt ihr Solarstrom besser nutzen:
Schon kleine Anpassungen im Alltag helfen dabei, den Anteil erneuerbarer Energien im eigenen Stromverbrauch zu erhöhen. Besonders zwischen April und Oktober kann eine zeitlich angepasste Stromnutzung einen wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung leisten.
7. NaOb Termine
- Chilbi Samstag: Neuzuzüger Anlass 12. September 2026, 16h bis 18h
- Sozialer Anlass: Termin noch offen
- Einladung Bauvorsteher Matthias Gusset: Montag, 19. Oktober 2026, 19.30h
- Parteiengespräch: Do. 12.11.2026 – davor Treffen der Ortsparteien.
- NaOb-Treffen zur Vorbereitung der Gemeindeversammlung: Mo., 16.11.2026, 19.30h
- Öffentlicher Anlass: Frühling 2027: Kleider und Nachhaltigkeit.
8. Hinweis auf Veranstaltungen anderer Organisationen
Die Uni München sucht Interessierte für Workshops zum Thema Ferienreisen. Die Workshops finden zwischen dem 20. Juni und 4. Juli im Fruchthof in Sursee statt. Interessierte können sich direkt über die Links im beigefügten Flyer informieren und anmelden.
Veranstaltungen der Kulturkommission Oberkirch:
- 17. Oktober 2026, Herbstkonzert: Simone Felbers Iheimisch
- 2. Januar 2027, Neujahrskonzert: Heidi Happy
Interessierte erreichen Nachhaltiges Oberkirch über: Kontakt
Wir wünschen euch bunte Fasnacht und schon bald die ersten schönen Frühlingstage.
Herzliche Grüsse,
Lu & Marc
(Lucie Ute Stadelmann und Marc Vogel)